Neuss, Juli 2026.
Neuss · Für die neue Saison in der Tennis-Bundesliga hat sich Rekordmeister TC BW Neuss ein starkes Team zusammengestellt und sich viel vorgenommen.
Im ersten Spiel am Sonntag daheim gegen Mannheim wartet gleich eine harte Prüfung.

So richtig klar wollte es am Dienstag bei der Pressekonferenz im Vorfeld der neuen Saison in der Tennis-Bundesliga im Lager des Rekordmeisters TC BW Neuss niemand aussprechen. Doch angesichts des aufgerüsteten Kaders, den sich die Neusser mit viel Aufwand zusammengestellt haben, müssen sie eigentlich den Anspruch haben, um einen Platz ganz vorne in der Tabelle mitzuspielen. Wie es um die Ambitionen bestellt ist, dafür ist das erste Spiel der Saison am Sonntag ab 11 Uhr auf der BW-Anlage gleich ein guter Gradmesser. Denn der neunmalige Deutsche Meister TK GW Mannheim ist zu Gast, und über den sagt BW-Teamchef Marius Zay: „Die Mannheimer sind von den Weltranglistenpositionen her ähnlich gut aufgestellt wie wir.“

Zay war es auch, der den Ball am Dienstag bei der Saison-Pressekonferenz mit Blick auf Zielsetzung der Blau-Weissen trotz des außergewöhnlich gut bestückten Kaders bewusst flach hielt. „Wir versuchen, jeden Spieltag in der bestmöglichen Aufstellung anzutreten und gucken dann, wo wir landen“, meinte der Teamchef und fügte hinzu: „Wir haben Respekt vor jedem Gegner, haben aber Bock auf die Saison und sind bereit, zu kämpfen.“ Angesichts des Kaders mit den Top-20-Spielern Valentin Vacherot und Arthur Rinderknech an der Spitze, die Cousins aus Frankreich, war dem BW-Vorsitzenden Abraam Savvidis zwar anzumerken, dass er sich gerne etwas weiter aus dem Fenster gelehnt hätte, doch weil er keinen unnötigen Druck auf die sportliche Leitung aufbauen wollte, hielt er sich vornehm zurück, als er sagte: „Ich habe das Gefühl, dass wir anders als im letzten Jahr in der Lage sind, jedes Spiel zu gewinnen. Aber natürlich ist das keine Garantie.“

Info Eintrittskarten vor Ort oder übers Internet www.bwneuss.de oder www.eventim-light.com/de/a/67ed1ece2c069151b9bb3dd8

Ticketverkauf Für die Neusser Heimspiele können Eintrittskarten nicht nur an der Tageskasse auf der BW-Anlage gekauft werden, das geht auch vorab online auf der Internetseite bwneuss.de, wo es einen Ticketbutton gibt.

Preise Der Normalpreis beträgt 22 Euro, Mitglieder, Studenten und Rentner zahlen 12 Euro, Jugendliche bis 18 Jahre nur 1 Euro.

Eine Garantie gibt es alleine schon deshalb nicht, weil die Kaderlisten der Bundesligisten das eine sind, die tatsächliche Besetzung an den jeweiligen Spieltagen das andere. Entscheidenden Einfluss auf das Abschneiden hat also, welchen Verantwortlichen es am besten gelingt, das wöchentliche Puzzlespiel zu lösen, die Wunschspieler von den Turnieren in weiten Teilen Europas zu den Bundesligapartien zu bekommen. Da ist es selbstredend von Vorteil, dass Marius Zay zum Beispiel mit seinen Topspielern besondere Absprachen getroffen hat, dass sie länger auf Sand spielen, ehe sie sich Richtung Hartplatzsaison in den USA orientieren. Ein weiteres Plus ist, dass BW nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite besser aufgestellt ist.

Das Best-of der Kaderlisten für die anstehende Saison liest sich wie das Teilnehmerfeld eines internationalen Spitzenturniers. Wir zeigen die prominentesten Spieler, die für Vereine der 1. und 2. Bundesliga der Männer zugesagt haben. Anfang Juli steigen die ersten Partien.

Wie wichtig das ist, zeigt sich schon in der Partie gegen Mannheim, in der beide Neusser Topspieler passen müssen. Valentin Vacherot (ATP 20) laboriert aktuell noch an einer Verletzung, und Arthur Rinderknech (ATP 28) war bis zur Niederlage am Donnerstag gegen Novak Djokovic in Wimbledon aktiv. Weil der kurzfristige Wechsel von Rasen auf Sand zu große Verletzungsgefahr birgt, ist geplant, dass der Franzose erst beim Doppelspieltag am folgenden Wochenende ins Geschehen eingreift. Doch die Akteure dahinter stehen zur Verfügung: Der Argentinier Francisco Comesaña (ATP 91), vergangene Saison noch die Neusser Nummer eins, soll nach seiner Viertelfinalniederlage am Donnerstag beim Challenger in Mailand gegen den Spanier Daniel Rincon ebenso nach Neuss kommen wie der tschechische Neuzugang Dalibor Svrcina (ATP 112), der am Montag in der ersten Runde von Wimbledon in vier Sätzen am US-Amerikaner Learner Tien scheiterte.

Und an den Positionen drei und vier hat die sportliche Leitung der Blau-Weissen mit Marius Zay und Clinton Thomson die Qual der Wahl. Zur Verfügung stehen etwa der neue Ukrainer Vitaly Sachko (ATP 198), Clement Tabur (ATP 189), Geoffrey Blancaneaux (ATP 390) und Publikumsliebling Javier Barranco Cosano (ATP 424). Und nicht zu vergessen die beiden US-amerikanischen Spezialisten Ryan Seggerman und Patrik Trhac, die die Neusser extra verpflichteten, um die Doppelschwäche der vergangenen Saison auszumerzen. Beide sind in Wimbledon mit unterschiedlichen Partnern schon aus dem Turnier ausgeschieden und sollen am Sonntag gegen Mannheim erstmals für Neuss aufschlagen.

Das liest sich zumindest auf dem Papier so, als könnte daraus eine Mannschaft entstehen, die in der Lage ist, auch starken Mannheimern die Stirn zu bieten. Marius Zay weiß jedenfalls, dass der Auftakt gleich eine Standortbestimmung für seine Neusser ist: „Ein gutes Spiel zu machen und zu punkten, wäre auf jeden Fall sehr wichtig, um guten Schwung für die Saison zu bekommen.“

Saisonstart: Sonntag, 5. Juli 2026

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